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Text von Mittwoch, 31. März 2004

 
Solar 2004: Photovoltaik-Anlagen auf Schuldächern
  Marburg * (lyg)
Maßnahmen zum Schutz des Klimas sind schon lange kein Luxus mehr, sondern haben dringende Notwendigkeit. Aus diesem Grund schloss sich das Projekt "Solarstrom Marburg 2003" zusammen. Die Vertreter der einzelnen Gruppen stellten bei einem Pressegespräch am Mittwoch (30. März) ihr Beteiligungsprojekt vor. Anwesend waren neben dem Stadtrat Dr. Franz Kahle, Prof. Hans Ackermann von der Lokalen Agenda 21, Karsten Tent von der Firma Wagner & Co als Auftragnehmer des Projekts, sowie Bernd Schulte und Dieter Spate von der Gemeinnützigen Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (GeWoBau).
Das Projekt "Solarstrom Marburg 2003" hat die Installierung von Photovoltaik-Anlagen zu jeweils 5 kW Leistung auf acht verschiedenen Marburger Schuldächern ermöglicht.
Beim Projekt "Solarstrom Marburg 2004" werden nun noch am Gymnasium Philippinum, an der Geschwister-Scholl-Schule und an der Pestalozzischule Solarstromanlagen installiert. Der Bau am Gymnasium Philippinum begann am Mittwoch und soll im Laufe des Aprils fertiggestellt werden.
"Solarstrom Marburg" ist ein Beteiligungs-Projekt. Bürgerinnen und Bürger können Darlehensanteile bei der GeWoBau zu je 500 Euro erwerben. Die Tilgung des Darlehens beträgt 5 Prozent pro Jahr. Es wird mit 4 Prozent pro Jahr verzinst. Das eingesetzte Geld erhalten die Beteiligten dann nach 20 Jahren zurück.
So kam es bei dem Projekt 2003 zu einer Bruttoinvestitionssumme von 250.000 Euro. Netto standen "Solarstrom Marburg 2003" 147.000 Euro zur Verfügung. Zudem förderte das Land Hessen die Anlagen durch Investitionszuschüsse bis maximal 30 Prozent pro Anlage.
Was ist aber wenn für 2004 nicht genügend Investoren gefunden werden? Es werde dem Projekt keinen Abbruch tun, erklärte Schulte, da die GeWoBau in einem solchen Falle für die restlichen Kosten aufkommen würde. Auch die Stadt Marburg sicherte für diesen Fall ihre Mithilfe zu. Natürlich hoffe man, dass es dazu nicht kommen wird. Das Projekt wirbt auch in diesem Jahr wieder für Beteiligungen der Bürgerinnen und Bürger.
Die Erzeugung von Solarstrom mit Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und Fassaden ist die umweltvertäglichste Art der Stromgewinnung. Sie vermeidet Landschaftsverbrauch sowie Lärm- und Schadstoffemissionen. Hinzu kommt die beachtliche Kohlendioxid-Einsparung. Mit der geplanten 36 kW-Anlage für das Gymnasium Philippinum können bis zu 18 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist ebenso ein Aspekt, der für die neue Technik der Photovoltaik-Anlagen spricht. Es regelt die Abnahme und die Vergütung von ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gewonnenen Strom durch Versorgungsunternehmen, die Netze für die allgemeine Stromversorgung betreiben.
"Neben dem ökonomischen Aspekt steht bei diesem Projekt auch der pädagogische Wert", erklärte Kahle. Die Schülerinnen und Schüler bekommen nicht nur Informationen über diese interessante und zukunftsfähige Technik der Stromversorgung. Die Ausbeute an Solarstrom wird durch eine Anlage in der Schule direkt angezeigt. In den acht Schulen steht vorläufig zwar erst eine solche Anlage zur Verfügung, die anderen sieben Schulen sollen aber nachgerüstet werden. Auch bei den drei neuen Projekten ist die Einsetzung der Anlagen vorgesehen. Die gewonnenen Ergebnisse können dann als spannende Praxisthemen für die Unterrichtsgestaltung in verschiedenen Fächern dienen.
 
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