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Text von Donnerstag, 25. November 2004

> k u l t u r<
 
 

 Vier Kurzdramen: Wettbewerb kommt auf die Bühne 
 Marburg * (lyg)
Der erste Marburger Kurzdramen-Wettbewerb feiert Premiere. Die vier Urraufführungen finden am Freitag (3. Dezember) um 20 Uhr in der Waggonhalle statt.
Am darauffolgenden Samstag (4. Dezember) folgt um 15 Uhr ein öffentliches Gespräch. Daran werden sowohl die Autoren wie auch die Regisseure und Schauspieler teilnehmen. Samstag und Sonntag wird zudem das Abendprogramm wiederholt. Die beteiligten Stücke und ihre Vorgeschichte stellten Mitwirkende am Donnerstag (25. November) in der Waggonhalle vor.
Ins Leben gerufen wurde das Projekt des Kurzdramen-Wetttbewerbs im Frühjahr 2004. Leute vom Theater Gegenstand hatten die Idee, die Autoren mehr in den Mittelpunkt zurücken. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, Kontakte zum Theater aufzubauen, so dass ihre Stücke aufgeführt werden. Am ehesten umsetzbar sind hierbei Kurzdramen.
Hier und da ein Aushang gemacht, und bis zum Einsendeschluss am 30.April lagen 20 Dramen vor. Im Mai setzte sich dann Thorsten Büchner, Matze Schmidt, Andrea Gergen, Wieland Weitz, Martin Esters und Sabine Manke zusammen. Die sechsköpfige Jury sah sich mit der schweren Aufgabe konfrontiert, aus der Dramen-Ansammlung drei Stücke auszuwählen.
In der Auswahl rutschte dann sogar noch ein weiteres mit durch.
Was das Stück angeht, waren einige grundlegende Vorgaben gegeben. Es sollte nicht länger als 30 Minuten dauern, nicht mehr als vier Darsteller benötigen und auch die Requisiten sollten eher spärlich sein. Für jedes Drama stand lediglich ein Etat von 50 Euro zur Verfügung.
Die Autoren und die Regisseure kannten einander vorher nicht. So ist es nun sehr spannend, zu sehen, welche Richtung einerseits das Stück bei der Umsetzung eingeschlagen hat und welches Feedback andererseits der Autor zu der Aufführung gibt.
Die einzelnen Stücke sind inhaltlich sehr unterschiedlich. Das erste Kurzdrama trägt den Titel "Der Freischwimmer". Autor ist Seep Jakobs. Steffen Schmidt, der erst kürzlich beim dem Stück "Gefährliche Liebschaften" die Regie führte, ist auch in diesem Stück für die Umsetzung verantwortlich.
"Der Freischwimmer" soll ein Oberhessisches Lehrstück sein. Es geht um die Auseinandersetzung von Bademeister und Kiosk-Besitzers in einem Schwimmbad sowie um deren verqueres Weltbild.
Als nächstes sei "Der Kopist des Zaren" von Michael Kühne genannt. Kühne studiert Germanistik an der Universität Giessen. In einem Proseminar mit dem Titel "Kopieren" kam ihm die Idee für das Drama. Es entstand eine groteske Kollage über diese Lehrveranstaltung. Regie führt hierbei Minke Bach.
Der Kunsthistoriker Rainer Zuch aus Marburg kam mit seinem Drama "Der Puppu und das Juij" in die Endrunde. Das Stück basiert auf Wortspielereien und damit verbundenen Assoziationsketten. Es gibt auch keine stringente Entstehungsgeschichte. Die ersten zwei Teile waren schon vorhanden und wurden aufgrund des Wettbewerbs ergänzt.
Im Prinzip geht es in "Der Puppu und das Juij" um ein harmloses "Ich , das von zwei merkwürdigen Gespenstern verfolgt wird. Sie machen eigentlich weiter nichts, treiben die Person aber mit ihrer alleinigen Anwesenheit in den Wahnsinn. Das Drama bestehe größtenteils aus Regieanweisungen und sei sehr atmosphärisch, erklärt hierzu die Regisseurin Karin Winkelsträter.
Last but not least ist da noch "Dreisam" von Maren Behrensen. Die Philosophiestudentin aus Marburg schreibt über Beziehungen und die Unmöglichkeit, diese zu führen. Relativ düster und provokativ schildert sie, wie einsam doch letztlich jeder einzelne ist. Was für den Regisseur Martin Esters in "Dreisam" die Schwierigkeit dargestellt hat, war die Umsetzung des Schriftlichen in das Gespielte.
Alles in allem kann man sich auf vier sehr unterschiedliche und inhaltlich interessante Inszenierungen gefasst machen. Das Projekt des Kurzdramen-Wetttbewerbs soll nun regelmäßig jedes Jahr stattfinden. Also können sich die hiesigen Dramatiker ja schon mal hinsetzen und den Kurzdramen-Wetttbewerb für das nächste Jahr gestalten.
 
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