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Text von Montag, 1. November 2004

> k u l t u r<
 
 

 Stimmgewalt: Klirrende Höhen und mächtige Chöre 
 Marburg * (fjh)
Die Stimme singt so hoch, dass man meint, sie könnte ein Glas zum Zerspringen bringen. Dann setzt der Chorgesang ein. Mit mächtiger Stimmgewalt erfüllen die Sängerinnen udn Sänger nun den gesamten Raum.
Musik der Renaissance und des Barock stand am Montag (1. November) auf dem Programm eines Kammerchorkonzerts des Marburger Konzertchors und des Frankfurter Bachchors. Mit einer perfekten Aufführung verzauberten Dirigent Siegfried Heinrich sowie die beiden Chöre das Publikum in der gut besetzten Universitätskirche. Begleitend zum Gesang - aber auch zwischendurch - stimmten Frank Rosenberger an der Orgel, Andreas Köppers am Cembalo und Christa Heinrich an Regal und Virginal - meist ruhige - Töne an.
Besonders beeindruckend war das Oratorium "Historia di Jephte" von Giacomo Carissimi (1605-1674). Er mutete der Sopranstimme die allerhöchsten Töne zu. Zwischendurch stimmte der Tenor ein, dann stieg auch der Chor mit ein. Sein Gesang schwoll zu einem mächtigen Gesang an, um dann wieder der Sopranstimme zu weichen. Hier konnte man eindrucksvoll hören, wozu die menschliche Stimme in der Lage ist.
Eine ähnliche Wirkung hatte auch das "Magnificat" von Heinrich Schütz (1585-1672). Auch hier beeindruckte der perfekte Wechsel zwischen laut und leise im Miteinander von Sologesang und Chor.
Die Ausführenden waren an diesem Abend Claudia Götting und Dorith Neumeyer (Sopran) sowie Birgit Küllmar (Alt). Die Männerstimmen sangen Michael Brauer und Matthias Heubusch (Tenor), Jörn Peters (Bariton) und Wolfgang Braun (Bass). Sie alle lieferten eine perfekte Leistung ab.
Vor allem bei geistlichen Werken von Claudio Monteverdi (1547-1643) setzte Michael Brauer seine schöne Tenorstimme in Aktion. Es gelang an diesem Abend aber nicht nur ihm, die Zuhörenden mit einfühlsamem Gesang zu berühren.
"Das ist wirklich bemerkenswert, dass die meisten den Gesang nebenher betreiben", bemerkte ein Zuhörer nach dem Konzert beim Hinausgehen im Hinblick auf den Chor. Perfektion und Professionalität ließen bei diesem Auftritt wirklich nichts zu wünschen übrig. Vielleicht war aber gerade die Hingabe der ehrenamtlichen Chorsängerinnen und -sänger jener sprichwörtliche "Tupfer auf dem I", der die Stimmung des Barock so bewegend ´rübergebracht hat.
 
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