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Text von Mittwoch, 7. July 2004

> k u l t u r<
  
 Reggae-Musik: Amerikanisch hart und Wortkarg 
 Marburg * (vic)
Bei Reggae denkt man meist sofort an Jamaika, die Karibik, Sonne und Entspannung. Immerhin hatte die Amerikanische Band "The Agrolites" für ihren Auftritt am Dienstag (6. Juli) im Kulturladen KFZ Jamaika-Sound der 60er Jahre versprochen. Doch wer ein ruhiges entspanntes Reggae-Konzert erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die fünfköpfige Gruppe legte mit Sänger, Schlagzeug, Gitarre, Bass und Keyboard los wie die Feuerwehr!
Ihre Musik war ziemlich hart und agressiv, dabei aber auch sehr laut. Erbarmungslos hämmerten die New Yorker Musiker dem Publikum ihre ohrenbeteubenden Sounds ein.
Der Reggae-Rhythmus war erkennbar, doch Elemente von amerikanischen Rock und Rap machten die Musik zu hart für liebhaber von entspannter Reggae-Musik.
Vereinzelt sträute die Gruppe auch einige dieser langsamen Sequenzen a la Bob Marley ein, die der ziemlich wortkarge Sänger aber als "langweilig" bezeichnete.
Der undeutliche, kaum zu definierende Gesang war zudem kaum zu verstehen. Außer "Durty Reggae" und "Fuck " war da nicht viel verständliches herauszuholen.
Abgesehen von der Aufforderung "trinkt Bier", "Prost" oder "Dankeschön " sagte der Sänger zwischen den Stücken nicht viel. Stattdessen wurde ohne großen Kommentar ein Lied an das andere gereiht.
"die erzählen überhaupt keine Geschichten über sich und ihre Musik", bemerkte ein Mitarbeiter des KFZ kritisch. Der Gedanke "Viel Lärm um nichts" drängte sich dem Liebhaber von langsamem und entspanntem Bob-Marley-Reggae unwilkürlich auf.
Doch die Amerikanische Version von Jamaikanischem Reggae kam beim Publikum ziemlich gut an. So erhielten "The Agrolites" im wahrsten Sinne des Wortes die stehenden Ovationen ihrer Fans, da das KFZ an diesem Abend nicht bestuhlt war.
 
 Ihr Kommentar 


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