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Text von Sonntag, 25. July 2004

> k u l t u r<
  
 Gähnende Leere: Das Marburger Sommerloch grüßt 
 Marburg * (fjh)
Nun gähnt es wieder in und um Marburg: Das Sommerloch! Bereits am Freitag (16. Juli) haben die hessischen Schulferien begonnen. Eine Woche später ging an der Philipps-Universität dann auch das Sommersemester zu Ende. Zurückgeblieben ist neben dem sprichwörtlichen "Fähnlein der sieben Aufrechten" nur noch das Sommerloch.
In allen Veranstaltungskalendern hat es sich breit gemacht. Ganze Tage ohne einen einzigen Eintrag findet man dort. Gleich zwei oder drei davon kommen sogar hintereinander weg. Es ist wirklich wenig los in Marburg!
Aber die meisten sind ja auch ausgeflogen. Marburgerinnen und Marburger treffen sich in diesen Tagen an italienischen, französischen oder spanischen Stränden. Da tönt einem dann die fröhliche Frage entgegen: "Kenne ich Sie nicht aus dem Marburger Stadtbild?"
Eben dieses Stadtbild hat sich zwischenzeitlich geleert. Da tummeln sich jetzt die Touristen, die busladungsweise die Deutsche Märchenstraße entlanggekarrt werden. Zwei Stunden Marburger Oberstadt gehören da einfach dazu!
Da sehen sie dann eine beinahe märchenhaft verträumte Stadt. Fast verwunschen liegt das Schloss oberhalb der engen Gassen verwinkelter Fachwerkhäuser. Das typische Treiben in diesen Gassen indes bekommen die Besucherinnen und Besucher nicht mit. Nur hier und da schaut vielleicht mal ein Student von seiner Hausarbeit auf und durch das Fenster zur Straße hinaus. Da, tatsächlich, ein leibhaftiger Student!
Dem wird während der Sommerferien freilich kaum etwas andere übrig bleiben als fleißig an seiner Hausarbeit zu schreiben. Kulturelle Angebote sind in dieser Zeit Mangelware. Und die meisten anderen haben längst Reißaus genommen vor dem Sommerloch.
So gähnt es also wieder groß und gierig. Selbst bei marburgnews hat es sich schon breit gemacht. Nicht nur als Thema hat es hier seinen Platz eingenommen, sondern vor allem auch als Themenmangel. So blieb der Redaktion gar nichts anderes übrig, als ihm seinen Tribut zu zollen.
Derweil rattert draußen in der Bahnhofstraße der Presslufthammer. Was machen die da eigentlich? Was wird das den schon wieder für ein Loch?
Wie, da fragt noch jemand? Die Antwort ist doch sonnenklar: Bei diesem Loch handelt es sich natürlich um das alljährlich wieder neu gebohrte Marburger Sommerloch!
 
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