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Text von Donnerstag, 8. Januar 2004

> b i l d u n g<
  
 Spende für Karzer: Ergebnisse produktiver Haft 
 Marburg * (sts)
Zeit hatten sie damals, die Studenten im Karzer. Oft war es mehr, als ihnen lieb war. Die Ergebnisse ihrer durchaus produktiven Langeweile sind noch heute in der ehemaligen Arrestzelle der Alten Universität zu bewundern. Doch der Raum bedarf einer gründlichen Sanierung, um ihn auch für die Zukunft erhalten und für eine touristische Nutzung zur Verfügung stellen zu können.
Eine Spende engagierter Bürger und Studierender in Höhe von 2.500 Euro an die Philipps-Universität soll dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Eckard Kühn
und Slava Anissimov übergaben dem Universitätspräsident Prof. Dr. Volker Nienhaus und dem Universitätsgeschichtsexperte Dr. Norbert Nail den Scheck am Dienstag (7. Dezember). Vorrangiges Ziel ist zunächst die Stabilisierung der einzelnen Putzschichten im Universitätsgefängnis. An verschiedenen Stellen lösen sich bereits die obersten Schichten ab. Hierfür seien vor allem die damals verwendeten Baustoffe sowie die immensen Temperaturschwankungen in dem Raum verantwortlich, meinte Nail.
Für die touristische Nutzung stehen im Augenblick zwei Konzepte zur Diskussion. Der Einbau einer Glastür könnte Besuchern den Blick in den Karzer ermöglichen, ohne dass der Raum betreten würde. Durch Spiegel könnte dann auch die facettenreichste Wand auf der Seite der Eingangstür sichtbar gemacht werden. Das Betreten des Karzers sollte ausschließlich kleinen Gruppen unter Aufsicht gestattet werden, um Schäden an den historischen Malereien zu verhindern. Auch die Aus- und Beleuchtung des Karzers müsste entsprechend neu installiert werden. Auf einen möglichen Öffnungstermin wollte Nienhaus sich jedoch noch nicht festlegen.
"Für die Positionierung der Marke Philipps-Universität ist der Blick auf die Universitäts- und Studentengeschichte von großer Bedeutung", betonte der Präsident.
Spenden für den Erhalt des Karzers können bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf auf dem Sonderkonto "Pro Karzer" eingezahlt werden.
 
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