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Text von Montag, 18. März 2002


Wunderwerke: Die Universität öffnen

Marburg * (FJH)
"Wir wollen das Jubiläum nicht feiern, sondern begehen", sagt Horst Franz Kern. Bei einer Pressekonferenz erläuterte der Universitätspräsident am Montag (18. März) das umfangreiche Jubiläumsprogramm zum 475. Bestehen der Philipps-Universität.
Am 30. Mai 1527 trugen sich die ersten Professoren und Studenten in die Immatrikulationslisten der ältesten protestantischen Universität Deutschlands ein. Am 1. Juli 1527 eröffnete Landgraf Philipp der Großmütige feierlich den Vorlesungsbetrieb.
Die Jubiläumsfeierlichkeiten am 30. Mai 2002 und dem darauffolgenden Wochenende begeht die Philipps-Universität in ihrer alten Aula gemeinsam mit dem Gymnasium Philippinum. Die Marburger Schule wurde gleichzeitig mit der Universität als "Pädagogium" gegründet, um angehende Studierende zuvor auf das Lesen der lateinischen und griechischen Quellentexte vorzubereiten.
Die 475-Jahr-Feier geht am 1. Juni mit einer Matinnee im Landgrafenschloss weiter. Am selben Tag wird im Schloss die Ausstellung "Ein Buch mit vielen Siegeln - die Universität und ihre Zeichen" eröffnet.
Der offizielle Festakt findet am 1. Juli in der Alten Universität statt. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch und Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn haben ihr Kommen zugesagt. Den Festvortrag hält Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß aus Konstanz über "Die Modernität der klassischen Universität".
Eingebettet sind die Jubiläumsfeierlichkeiten in ein umfangreiches Rahmenprogramm von Kongressen und Ausstellungen. Das "Studium Generale" befasst sich im Sommersemester mit dem Themenkreis "Geist und Gehirn". Eine weitere Vortragsreihe widmet sich dem "Gegenstand Forschung".
Bei ihrer Arbeit legen die Forscher oftmals Sammlungen wissenschaftlich interessanter Gegenstände an. In 475 Jahren haben sich in Marburg eine Vielzahl wertvoller Schätze angesammelt. "Ich habe mir im Vorfeld des Jubiläums vier Tage lang alle diese Sammlungen angeschaut", berichtete Kern. "Mir war nicht bewusst, was für einen Fundus wir da haben!"
Diese Schätze präsentieren die unterschiedlichen Fachbereiche der Universität an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen im Juni der Öffentlichkeit: Die Reihe "Wunderwerke" beginnt am 9. Juni im Landgrafenschloss. Am 16. Juni präsentiert sie "Wunderwerke aus Naturwissenschaft und Medizin" im Alten Botanischen Garten. Zum 450. Jubiläum der Philipps-Universität im Jahr 1977 war der Botanische Garten auf die Lahnberge umgezogen. Er feiert dort also sein 25-jähriges Bestehen.
Am 23. Juni zeigt das Universitätsmuseum "Wunderwerke der Kunst und Musik" im Ernst-von-Hülsen-Haus. Es wurde zum 400. Bestehen der Universität im Jahr 1927 als Jubiläums-Ausstellungshalle eröffnet. Im gleichen Jahr wurde auch die Kinderklinik gegründet.
Ähnliche Effekte erhofft sich Kern auch vom 475. Jubiläum: Die Optodynamik bezieht zum 475. ein neues Gebäude. Vor allem aber möchte Kern den Dialog der Wissenschaft mit der Stadt anregen: "Wir wollen die Universität der Marburger Bevölkerung öffnen und damit für die Arbeit der Universität werben."
Bei Symposien und Kongressen der unterschiedlichsten Fachbereiche bietet die Philipps-Universität im Jubiläumsjahr erstmals eine Abendvorlesung an, bei der kompetente Referenten den aktuellen Stand der Forschung im jeweiligen Fachgebiet möglichst allgemeinverständlich darlegen. Im September beispielsweise spricht der ehemalige Marburger Wirtschaftsstudent und heutige Bundesbankpräsident Dr. Ernst Welteke.
Ebenso wie er werden auch andere ehemalige Absolventen der Philipps-Universität nach Marburg kommen. Kern hofft, dass das Jubiläum vielen Fachbereichen Anlass gibt, eine "Ehemaligen-Kartei" zu erstellen. Etliche der einstigen Marburger Studentinnen und Studenten haben es inzwischen schließlich zu etwas gebracht. Von ihnen erhofft sich Kern Unterstützung. Die Jubiläumsfeierlichkeiten werden nämlich ausschließlich aus Spenden und Stiftungsgeldern finanziert.
Eigens zum Jubiläum hat das "Fahnen- und Plaktatprogjekt" des Fachgebiet "Grafik und Malerei" eine Reihe von Plaktentwürfen angefertigt, die nun überall im Stadtgebiet für die verschiedenen Jubiläumsveranstaltungen werben sollen. Informationen über das umfangreiche Jubiläumsprogramm präsentiert die Philipps-Universität auf ihrer Internetseite.
www.uni-marburg.de


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