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Text von Montag, 3. Juni 2002
In der Fallgrube: Eine bestürzende Erfahrung
Marburg * (FJH)
"Kann mir jemand helfen?" Niemand reagiert. Ich höre nur die Motoren der Autos und liege in der steinernen Grube. Vorsichtig richte ich mich auf, taste mich zum Rand. Gottseidank, er ist nicht so hoch, dass ich ihn nicht überwinden könnte"
Eine bestürzende Erfahrung musste ich am Montagabend (3. Juni) machen. Kurz vor 22 Uhr überquerte ich die Neue Kasseler Straße und wollte neben der Zimmermannstraße entlang zur Ernst-Giller-Straße. Mit meinem weißen Langstock tastete ich mich vorsichtig voran.
Der Weg ist mir durchaus vertraut. Ich kam gerade von einer anstrengenden Versammlung. So war ich vielleicht nicht vorsichtig genug, als das Auto direkt vormir im Weg stand. Ich wich nach links aus. Und dann passierte es.
Ich stürzte zu Boden, in ein etwa 1,50 Meter tiefes Loch. Es handelte sich wohl um einen Kellereingang oder so etwas Ähnliches. Fahrräder standen da herum, und ich glaube, Mülltonnen waren auch da.
Zwischen dem Müll und den Drahteseln lag ich und rappelte mich langsam auf. Mein Handy war mir aus der Hosentasche efallen. Einige Einzelteile konnte ich ertasten, aber das Gehäuse und die Chipkarte nicht. Ich fragte um Hilfe. Keine Menschenseele weit und breit!
Ich fragte lauter. Die Motoren von Autos heulten auf, die Wagen fuhren an der Ampelkreuzung an. Ich war immer noch allein.
Dann kam eine nette Frau: "Brauchen Sie Hilfe?" Sie fand das Gehäuse, aber nicht die Chipkarte.
Lädiert humpelte ich heim. Es ist ein furchtbares Gefühl, hilflos zu sein und ausgeliefert! Es ist sehr beruhigend, wenn jemand hilft. Gut, dass es diese Helfer gibt!


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