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Text von Dienstag, 19. März 2002


Erinnern: "Streiflichter aus meinem Leben"

Marburg * (FJH)
"Einige kinder sind verstockt", schreibt Eleonore Kaufmann. Den grausamen Grund dafür deutet sie nur an: Verhöre durch die GeStaPo, die Geheime Staatspolizei des Nazi-Regimes. Aus Eleonore Kaufmanns Erinnerungen "Streiflichter aus meinem Leben" las Rosemarie Dilg-Frank am Montag (18. März) in der jüdischen Gemeinde Marburg. Die Autorin selbst konnte der Lesung wegen einer Erkrankung leider nicht beiwohnen.
Eleonore Kaufmann wurde am 21. Januar 1908 in München geboren. Den weitaus größten Teil ihres Lebens hat die Tochter des jüdischen Sprachwissenschaftlers Hermann Jacobsohn in Marburg zugebracht. An der Philipps-Universität hatte ihr Vater 1911 den Lehrstuhl für indogermanische Sprachen übernommen.
Von 1918 bis 1924 besuchte Eleonore die Elisabethschule. Damals war das noch eine höhere Mädchenschule nur bis zur 10. Klasse. Anschließend ging die junge Jüdin auf die Martin-Luther-Schule.
In ihren Erinnerungen beschreibt sie diese Zeit ebenso wie ihr Praktikum beim Sozialamt in berlin, ihre Arbeit als Au-Pair-Mädchen in England und ihre Arbeit im schweizerischen Basel. Dort leitete sie ein Flüchtlingscamp für Kinder und Jugendliche aus Deutschland und Russland. Die meisten stammten von jüdischen Eltern ab, aber es gab auch alle anderen Religionen und Ahteisten. So betete sie abends "mit jedem in seiner Religion".


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