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Text von Mittwoch, 13. Februar 2002


Rassismus: Vortrag in familiärer Atmosphäre

Marburg * (fcs)
Da sollte nun eine Lesung mit dem Titel "Rassismus in den USA" stattfinden. Man könnte meinen, dies sei ein Thema, das viele interessiert. Gekommen waren am Dienstag (12. Februar) ins Café Trauma allerdings nur 17 Personen . Referent Oliver Demny war dennoch "froh, dass so viele gekommen" waren, "trotz des Terminchaoses".
Die Lesung war schon einmal verlegt worden. Beim Terminchaos blieb es allerdings nicht. Die Technik wollte nicht wie sie sollte . So ging es erst mit erheblicher Verspätung los.
Der Soziologe Oliver Demny hat im vorigen Jahr seine Dissertation zum Thema "Rassismus in den USA" veröffentlicht. Kurze Videosequenzen ergänzten und bereicherten seinen Vortrag, auch wenn die Technik nicht immer mitmachen wollte.
Nach einem historischen Rückblick auf die Thematik des Rassismus in den USA und der Vorstellung einiger soziologischer Wirklichkeitsmodelle ging Oliver Demny direkt auf die Aktualität des Themas ein.
Den Mythos der USA als "Meltingpot" (Schmelztigel) wollte er aufheben. Die Verschmelzung der "Rassen" und Ethnien in Amerika sei weder heute noch jemals vollzogen gewesen. Die Weißen hätten die Schwarzen als Sklaven ins Land geholt udn nicht Gleichberechtigte Bürger anerkannt. Heute äußere die schwarze Bevölkerung der USA eine Abneigung gegen lateinamerikanische und asiatische Einwanderer . Die Geschichte Amerikas ist nicht nur die Geschichte der Weißen.
Demny erläuterte die Entwicklung der "Rassen-" und Ethnienkriterien der Volkszählung (Census) bis zum Jahre 2000 in den USA und dem daraus folgenden Verständnis und Umgang mit dem Rassismus in der jeweiligen Zeit.
Auch die Auswirkungen der Ereignisse des 11. September 2001 sprach Demny an. Allerdings wollte er sich selbst nicht eindeutig festlegen. Seiner Meinung nach sollte mit konkreten Thesen zu diesem aktuellen Thema noch abgewartet werden. Bisher könne man nur spekulieren.
Nach einem knapp 50-minütigen Vortrag ging es in einer lockeren Diskussionsrunde weiter. Die von Anfang an legäre Stimmung blieb während des recht familiären Gesprächs durchgehend bestehen. Das lag wohl auch daran, dass sich die meisten Anwesenden schon kannten.



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