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Text von Dienstag, 8. Januar 2002


Anpacken: McGovern 100 Tage im Amt

Marburg * (FJH)
"Was macht der Neue?" Mit mehr Widerständen innerhalb der Verwaltung hatte Dr. Karsten McGovern gerechnet, als er am 1. Oktober 2001 das Amt des Sozial- und Umweltdezernenten beim Landkreis Marburg-Biedenkopf antrat. Doch in den ersten 100 Tage n als Kreis-Beigeordneter hat der Grünen-Politiker nach eigenen Angaben "keine ernsthaften Konflikte" erlebt. Bei einer Pressekonferenz zog McGovern am Dienstag (8. Januar) daher eine positive Bilanz seiner neuen Tätigkeit.
Konflikte erwarten den hauptamtlichen Kreis-Politiker aber spätestens im Sommer. Dann will er mit den sozialen Institutionen und Vereinen "Leistungsverträge" aushandeln, mit denen der Kreis die Finanzierung fest definierter Aufgaben über mehrere Jahre hinweg garantiert. Nicht alle, die heute Zuschüsse vom Kreis kassieren, werden auch solche Verträge bekommen. McGovern möchte aber lieber diese Konflikte riskieren, um Prioritäten in der Sozialpolitik zu setzen und für alle Beteiligten Transparenz zu schaffen.
Jugendliche und Kinder möchte der Politiker stärker als bisher in die Planungen des Kreises einbeziehen. Das Kinder- und Jugendparlament sei hier zwar wichtig, doch kämen die gewählten Vertreter aus allen Gemeinden des Kreises. Sie hÜtten in aller Regel aber nur einen überblick über die Situation ihres Heimatorts. Mit "Foren" möchte der Sozialpolitiker Jugendliche und Kinder vor Ort erreichen, die durch ihre Teilnahme Interesse am jeweils behandelten Thema bekunden.
Auch in der Verkehrspolitik hat sich der Grüne Dezernent Großes vorgenommen: Die Planungen zur Einrichtung eines Anruf-Linientaxis von Marburg über Cölbe nach Rauschenberg und Wohratal nehmen derzeit deutliche Konturen an. Es seien aber noch einige rechtliche Klippen zu umschiffen, was die Ausschreibung anbelangt.
Als seine wichtigste Aufgabe für das Jahr 2002 nannte McGovern die Umsetzung aller Pläne, die er bisher angefangen hat. Sorgen bereitet dem Kommunalpolitiker dabei die Finanzsituation des Kreises: "Wir bekommen von oben Aufgaben zugewiesen, aber nicht die dafür notwendigen Mittel!"
So ist das Gesundheitsamt des Kreises seit Jahresbeginn auch Kontrollbehörde für die Hygiene im Universitätsklinikum. "Das ist ein riesiger Komplex", seufzte McGovern, "aber wir erhalten dafür kein zusätzliches Geld. Entweder finanzieren wir solche Zusatzleistungen aus eigenen Mitteln, oder aber wir lassen die Qualität ihrer Durchführung schleifen. Aber das kann ja wohl nicht Sinn der Sache sein!"


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