Sie sind hier: marburgnews >

Politik


Heute ist Freitag, 23. Februar 2024

Text von Mittwoch, 2. Januar 2002


Eu, EU: Euro-Fobie weicht Euro-Euphorie



Politik-Archiv



Marburg * (FJH)
Groß war der "Run" auf den Euro an den ersten beiden Tagen, an denen man das neue Geld in die Hand nehmen konnte. Am Mittwoch (2. Januar) standen die Kunden einer Bank am Krummbogen nachmittags gar vor einem leeren Geldautomaten.
Einige Marburger Geschäftsleute wechselten zuerst die DM-scheine ihrer Kundschaft in Euro um, um mit ihnen dann in der neuen Währung abzurechnen. So vermieden sie das Hantieren mit DM-Münzen. Eine Bäckerei in der Kernstadt weigerte sich gar, noch DM anzunehmen. Dabei ist die gute alte Mark bis zum 28. Februar immer noch gültiges Zahlungsmittel.
Die meisten Geschäfte und Restaurants nahmen aber sowohl DM wie auch Euro oder Kredit- und Euroscheckkarten an. Selbst gemischte Zahlungen - teils in Euro , teils in Dm - wurden meistens akzeptiert. Schlangen vor den Kassen, wo meist mit DM bezahlt, aber Euro herausgegeben wurden, nahm die Kundschaft gelassen hin. Um nur möglichst schnell an das neue Geld zu kommen, standen viele sogar Schlange vor Bankschaltern. Es herrschte eine richtige Aufbruchsstimmung.
"Ich liebe den Euro", sagte ein Mann, "Ich möchte ihn möglichst schnell in meinem Portemonnaie haben." Wer würde da nicht zustimmen: Ich möchte möglichst schhnell möglichst viel Geld in meinem Portemonnaie haben!
Rasch vergessen ist die gute alte DM, die uns doch 53 Jahre lang treu zur Seite gestanden hat. Begehrte nicht einmal ein ganzes Volk auf mit der Forderung nach ihr? War sie nicht das Symbol unserer Stärke?
"Das Geld regiert die Welt." Dieser Spruch bewahrheitete sich in den letzten Tagen der DDR. Als Staat ohne eigene Währung konnte die Republik der Runden Tische schließlich keinen Staat mehr machen. Das Geld kam aus dem Westen, und mit ihm auch die Weisungen!
Nun ist es also der Euro, der hierzulande regiert. Trösten mag die Deutschen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt residiert. Das ist ganz gewiss kein Zufall!
Hart wird sie wohl werden, der neue Währung. Wer aber bezahlt die Kosten der Umstellung des Bargelds? Millionen von Automaten mussten erneuert und gefüttert werden. überstunden bei Banken udn in Geschäften müssen bezahlt werden. Wer wohl diese Zeche zahlen wird? Die Deutsche Bahn AG gibt darauf als erste eine unmissverständliche Antwort.


© 01.01.2002 by fjh-Journalistenbüro, D-35037 Marburg