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Text von Sonntag, 10. März 2002


Schwein gehabt: Erfolgreicher Start

Marburg * (FJH)
"Schwein muss man haben", sagt das Schweinchen zum kleinen Tiger. Es hat eine schweinische Freude daran, dass der Tiger fast alles für das Schweinchen tut. Erst spät merkt der kleine Tiger, was für ein Schwein das kleine Schweinchen ist.
"Guten Tag, kleines Schweinchen!" heißt das neueste Kindertheaterstück des Hessischen Landestheaters. Mit dem Bühnenstück von Gabriele Friedrich nach einer Geschichte des Kinderbuchautors und Illustrators Janosch startete am Sonntag (10. März) die 7. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche in Marburg.
Mit viel Liebe setzten Regisseur Fred Graeve und die drei Darsteller die Geschichte vom kleinen Tiger um, der lieber seinen "Lieblingsbeschäftigungen" nachgeht als seine Versprechen einzulösen. Der Bär bittet ihn, Pilze zu sammeln; doch der Tiger spielt lieber mit dem Schwein Verstecken. Anstatt Kartoffeln zu schälen geht er mit dem kleinen Schweinchen baden. Als er dann spät nach Hause kommt, ist das Essen kalt. Reumütig verspricht der Tiger dem Bären, im Wald nach Pilzen zu suchen, damit er noch etwas zu Essen bekommt. Doch als er das kleine Schweinchen trifft, bleibt er einfach bei ihm.
"Man muss ein Schwein sein" tönt es. Das sagt auch das Schweinchen (Gabriel Spagna), als es den Tiger (Iris Stibbe) mit Arbeiten betraut. Hier hat es der kleine Tiger wesentlich schlechter als beim Bären (Ronald o Staples), der doch die meisten Arbeiten für den gemeinsamen Haushalt erledigt hat.
In einer kindgerechten Sprache zeigt das Stück auf, dass man Versprechen halten und für eine gemeinsame Sache auch etwas tun muss. Freundschaft und Solidarität sind keine Einbahnstraße.
Auch die Theateraufführung blieb nicht bei der Darstellung der Geschichte stehen; sie bezog die Kleinen im Alter zwischen drei und sieben Jahren voll in das Geschehen ein. Als der Bär Pfannkuchen backen wollte, ließ er die Kinder das Rezept dafür zusammenstellen. Voller Eifer halfen sie dem kleinen Tiger später auch bei der Suche nach dem Bären. Kurz vor Ende des 45-minütigen Stücks kamen einige Kinder sogar auf die Bühne, wo o Staples sie als willkommene Gäste souverän in die Handlung mit einbaute. Seine natürlich Herzlichkeit im Umgang mit den Kleinen war eine wahre Freude.
So war der Applaus am Ende auch sicher. Den drei Darstellern hat die Premiere offenbar ebenso viel Spaß gemacht wie dem Publikum. Die vorherrschende Meinung der kleinen und großen Zuschauer brachte eines der Kinder beim Hinausgehen treffend auf den Punkt: "Das Theater hat mir schön gefallen."


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