Sie sind hier: marburgnews >

Aktuelles


Heute ist Dienstag, 14. July 2020

Text von Samstag, 25. Mai 2002


Eröffnet: Watching Views im Erlenringcenter

Marburg * (ChH)
Neugierig beobachten die Gäste riesige Videoprojektionen der Hände von Kassiererinnen an der Wand. Junge und alte Hände sind zu sehen. Sie ziehen verschiedene Produkte über den Warenscanner. Wer kauft nur soviel Joghurt, eine ganze Kiste voll? Oder nur Pommes? Bestimmt kein Gesundheitsapostel, könnte man denken.

[Kind im "Tarnmodul"]

Viele große und kleine Besucher nahmen an der Eröffnung von Stephanie Bachmanns Ausstellung "Watching Views" im Erlenringcenter teil. Am Freitag (24. Mai) konnten sich Interessierte die Fotos, Video- und Klanginstallationen ansehen, die Ruhezonen in der turbulenten Konsumgesellschaft schaffen sollen.
Lorenz Hippe vom Kulturzentrum Waggonhalle trug einen Text vor, der sehr gut die Intentionen der Künstlerin wiedergab. In dem hektischen Treiben des Einkaufszentrums wäre vielleicht der ein oder andere Kunde erleichtert, wenn er eine Bank fände, auf die er sich setzen und einfach mal seine Gedanken streifen lassen könnte. Er nimmt vielleicht Dinge war, die ihm noch nie aufgefallen sind. Seine Phantasie beginnt mit dem Gesehenen zu spielen.
In einem leerstehenden Ladenlokal befinden sich Fotografien solcher Ruhezonen. Sie zeigen Bänke an verschiedenen Standorten
im Supermarkt. Im Medimax ist eine weitere Videoprojektion angebracht. Inmitten der meistens auf den gleichen Kanal eingeschalteten Fernsehgeräte zeigen vier Monitore Bilder von gähnenden Menschen. Diese sollen einen ansteckenden Impuls bei den Besuchern auslösen.
Besonderes interessiert waren die Gäste an dem "Tarnmodul". Dieses von Bachmann konstruierte Gerät ermöglicht dem Träger zumindest zum Teil, unsichtbar zu werden. Denn durch die Kamera auf der Brust und den Monitor auf dem Rücken wird der Mensch hinter dieser Verkleidung kaum wahrgenommen.
Bis Montag (27. Mai) kann jeder Besucher dieses Modul im Tegut Supermarkt selber ausprobieren. Leider ist die Zeit bis dahin zu kurz, um vielen Menschen dieses bißchen Ruhe im Supermarkt zu ermöglichen.


Archiv





© 01.02.2002 by fjh-Journalistenbüro, D-35037 Marburg